• 20.05.2014
  • Medieninformation XVIII/20
Tarifrunde Kautschukindustrie

Enttäuschender Auftakt


Die Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten in der Kautschukindustrie sind am Dienstag (20. Mai) in Fulda ohne Ergebnis vertagt worden. Die Arbeitgeberseite legte kein Angebot vor. Die Verhandlungen werden am 24. Juni in Hannover fortgesetzt. „Unsere Forderungen liegen auf dem Tisch. Es ist enttäuschend, dass sich die Arbeitgeber auf eine Blockadehaltung zurückziehen“, sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Marc Welters. 

Stefan Koch

IG-BCE-Verhandlungsführer Marc Welters (Zweiter von links) überreicht den Arbeitgebern zum Verhandlungsbeginn einen Entkalker IG-BCE-Verhandlungsführer Marc Welters (Zweiter von links) überreicht den Arbeitgebern zum Verhandlungsbeginn einen Entkalker, um verkrustete Denkmuster beim Thema Übernahme von Auszubildenden und Demografie aufzulösen.
20.05.2014

„Gute Ergebnisse der Vergangenheit und gute bis sehr gute Aussichten in der Zukunft rechtfertigen einen deutlichen Einkommenszuwachs“, betonte Welters. Die IG BCE fordert eine Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Außerdem will die Gewerkschaft den Demografie-Tarifvertrag ausbauen, um ältere Arbeitnehmer weiter zu entlasten.

Denn der demografische Wandel ist längst in den Betrieben angekommen, das bestätigt auch eine Umfrage der IG BCE unter den Betriebsräten der Kautschukindustrie im Vorfeld der Tarifverhandlungen. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass die demografische Entwicklung die größte Herausforderung in den kommenden Jahren sei. „Seit mehr als zwölf Monaten“, so der Verhandlungsführer der IG BCE, „sind wir mit den Arbeitgebern dazu im Gespräch – jetzt müssen Ergebnisse her.“

Auch die Übernahme von Auszubildenden ist Teil der Tarifverhandlungen. „Die jungen Leute brauchen faire, tragfähige Perspektiven. Bislang ohne Übernahmeregelungen scheint die deutsche Kautschukindustrie ein Dinosaurier der Tariflandschaft zu sein“, sagte Marc Welters.

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