Neupack

"Für die Beschäftigten bricht eine neue Zeit bei Neupack an"

Im Arbeitskampf mit der Firma Neupack Verpackungen hat heute, Freitag, der Betriebsrat dem gemeinsam mit der IG BCE erzielten Verhandlungsergebnis zugestimmt. Damit ist der am 1. November 2012 begonnene Streik beendet. 

Martin Brinckmann

Streikende der Firma Neupack

Das Ergebnis sieht vor allem wesentliche Verbesserungen beim Entgelt vor, enthält Regelungen über eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, schafft gerechte und vergleichbare Arbeitsbedingungen.

Streikleiter Ralf Becker, Vorsitzender der IG BCE Nord: "Auch wenn das Ergebnis einen Kompromiss darstellt, bricht für die Arbeitnehmer eine neue Zeit bei Neupack an mit besseren Arbeitsbedingungen und höherem Entgelt. Ohne die Entschlossenheit und ohne den Durchhaltewillen der Beschäftigten wären wir nicht so weit gekommen."

Im Einzelnen:

  • Mit den neuen Funktions- und Tätigkeitsbeschreibungen aller Produktionsmitarbeiter ist eine Vergleichbarkeit der Arbeitsplätze gegeben, und über alle Eingruppierungen konnte Einigkeit erzielt werden.
  • In der neuen Betriebsvereinbarung zum Entgeltsystem sind Regelungsabreden zum Urlaubsgeld und die Tätigkeitsgruppen definiert. Viele Beschäftigte kommen dadurch in Tätigkeitsgruppen, die einen höheren Lohn nach sich ziehen.
  • Vereinbart wurde eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
  • Der Lohn beginnt jetzt bei mindestens 9 Euro/Stunde (zuvor 7,80) und endet bei mehr als 18 Euro.

Allen Mitarbeitern werden die sie betreffenden Ergebnisse individuell und schriftlich vom Arbeitgeber zur Zustimmung vorgelegt. Becker: "Damit erhalten sie endlich ein einklagbares Recht und garantierte Sicherheit in den Arbeitsbedingungen."

Auch der Streitpunkt über den Umgang mit den 57 befristet eingestellten früheren Streikbrechern ist beigelegt. Ihre Verträge laufen nur zum Teil bis ins erste Quartal 2014, der Rest endet schon vorher. Becker: "Neupack hat eine Personalbedarfsplanung vorlegt, nach der diese Kräfte derzeit benötigt werden. Sollte das nicht eher der Fall sein, findet bei möglichen betriebsbedingten Kündigungen die vorgeschriebene Sozialauswahl statt, die sich u. a. nach der Dauer der bisherigen Beschäftigung richtet und bei der damit die Stammbelegschaft privilegiert ist."

Becker kündigte an, dass die IG BCE nun die Umsetzung der Ergebnisse im Betrieb gemeinsam mit dem Betriebsrat eng begleiten werde. 

Nach oben