Standortschließung Merck in Berlin

Biochrom soll Ende 2019 geschlossen sein - Mitgliederversammlung

Die Nachricht von Merck, vier Standorte in Deutschland zu schließen, war auch für die Kolleginnen und Kollegen bei Biochrom am Standort Berlin ein tiefer Schlag. Die Mitglieder waren fassungslos, arbeiten einige von ihnen doch schon mehr als 30 Jahre im Unternehmen.

Bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag waren alle der Ansicht, dass der allein auf Kostensenkungen setzende Kurs des Kahlschlags nicht nachvollziehbar ist. „Für uns Kolleginnen und Kollegen ist das, was hier passieren soll, respektlos, wir sind existentiell bedroht“, fasste ein Kollege zusammen. In der Belegschaft machten sich zunehmend Entsetzen, Wut und Empörung breit.

So war es für die Mitglieder wichtig, zu erfahren, was seitens der IG BCE an Reaktionen auf die Schließungsmeldung gegeben hat. Die IG BCE kritisierte diese Entscheidung öffentlich und mahnt, die Entscheidung nochmals zu überdenken. In Berlin setzte Rolf Erler, der Bezirksleiter des Bezirks Berlin-Mark Brandenburg, den Regierenden Bürgermeister darüber in Kenntnis, dass, sollte die Entscheidung umgesetzt werden, ein weiterer Pharmabetrieb die Stadt verlassen wird und somit der Industrie- und Pharmastandort Berlin geschwächt wird. Ebenso machte er in dem Schreiben deutlich, dass es für die Schließung von Biochrom keine nachvollziehbaren Gründe gibt.

Bei der Diskussion um das weitere Vorgehen waren sich alle Anwesenden einig: Wir wollen unseren Arbeitsplatz behalten! Wir haben doch immer treu zum Unternehmen gestanden. Wir haben Mehrarbeit geleistet, wenn es notwendig war und haben in auftragsschwachen Zeiten auch Kurzarbeit geleistet. „Ihr könnt euch sicher sein, die Vertreter der IG BCE sind vernetzt mit dem Konzernbetriebsrat von Merck und den Betriebsräten vor Ort und arbeiten gemeinsam mit einer Unternehmensberatung daran, Alternativen zu den Betriebsschließungen zu entwickeln. Hier in Berlin wird gutes Geld verdient und das soll auch so bleiben“, gab die Gewerkschaftssekretärin Elke Swolinski an die Mitglieder weiter.

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