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03.12.2019

Berliner Traditionsunternehmen Haupt Pharma Berlin GmbH soll geschlossen werden

Politische Frühstückspause vor dem Werkstor der Haupt Pharma „Gekauft – ausgenommen – geschlossen“

Berlin, 02. Dezember 2019

Rund 80 Beschäftigte und Unterstützer*innen aus Berliner Betrieben, vom DGB und den Ortsgruppen Neukölln, Steglitz-Zehlendorf sowie Politiker aus der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung protestierten am 2. Dezember vor dem Werkstor der Haupt Pharma gegen die geplante Schließung des Berliner Werkes.

Der Aenova Konzern, ein deutscher Pharmakonzern und BC Partners, ein europäisches Beteiligungsunternehmen, wollen das Berliner Pharmaunternehmen, am 31.12.2020 schließen. Von der Schließung sind 160 Beschäftigte betroffen. Die Schließung hatte Aenova im Ende September 2019 bekannt gegeben

Elke Swolinski

Haupt Pharma PolitischenFrühstückspause vor dem Werkstor der haupt Pharma

Erst 2014 hatte die Aenova Holding das Berliner Traditionsunternehmen Haupt Pharma gekauft, nach 6 Jahren der Produktion soll jetzt das Berliner Werk, der Mutterkonzern von Haupt, geschlossen werden. Das Damoklesschwert: Verkauf oder Schließung schwebte seit 2016 über der Moosrosenstraße. Jetzt haben sich Aenova und BC Partners für die Schließung entschieden. Die Kolleginnen und Kollegen am Standort sehen darin das Heuschreckenbild: „Gekauft – ausgesaugt und geschlossen!“

Für die Beschäftigten, die zum Teil über 30 Jahre bei Haupt Pharma tätig sind, bedeutet die Schließung eine existenzielle Bedrohung. Mit der Aktion der ‚Politischen Frühstückspause‘ machten sie auf die inakzeptable Situation aufmerksam. „Es gibt für die Schließung von Haupt Pharma keine nachvollziehbaren Gründe“, kritisierte die Gewerkschaftssekretärin der IG BCE, Elke Swolinski, die Entscheidung und mahnte öffentlich an, die Entscheidung nochmals zu überdenken. „Wie unverantwortlich ist es, Pharmaunternehmen in Zeiten von Lieferengpässen bei Medikamenten zu schließen“, so die Gewerkschafterin weiter. Für Berlin bedeutet das, sollte die Entscheidung tatsächlich umgesetzt werden, dass 160 qualifizierte Arbeitsplätze in der Pharma Industrie verloren gehen.

Betriebsrat und IG BCE sind überzeugt, dass die Fortführung des Standortes die sinnvollere Perspektive ist. „Es ist wichtig, dass die Beschäftigten sich gegen das Schließ-Szenario zu Wehr setzen, wir unterstützen euch dabei“, sicherte der Kollege Sigfried Stolz die Solidarität der Ortsgruppe Neukölln zu. „Wir müssen in dieser Situation zusammenstehen, ihr als Betroffene am Standort und wir als Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaft“, fügte Joachim Elsholz von der Ortsgruppe Steglitz-Zehlendorf hinzu.

Mit den Worten von Elke Swolinski „wir kämpfen für den Erhalt des Standortes in Berlin – wir fordern eine Perspektive für Haupt Pharma Berlin!“ endete die Aktion.