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12.09.2016

Geschichte der Migration in Berlin

Dampferfahrt der Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg

Berlin 04.09.2016

Auf der dreistündigen Zeitreise an Bord der MS Rixdorf fuhren die Mitglieder der Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg, von Kennern auch Fritzberg genannt, über Spree und Landwehr­kanal, vorbei an ganz unterschiedlichen Stadtvierteln in Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Treptow, Neukölln, Schöneberg, Moabit und Charlottenburg.

Auf der Spree den Spuren der Migration nachfahren Zeitreise mit der Geschichtswerkstatt Berlin

Das fachkundige Moderatorenteam der Berliner Geschichtswerkstatt hatte viel Neues und einiges Liebgewonnenes zu erzählen. Sie zeigten an bekannten Orten, dass Berlin schon immer Einwanderungsstadt war. Und, dass es bis heute spannend ist, der Geschichte von Berlinerinnen und Berlinern mit deutscher, französischer, jüdischer, russischer, polnischer, arabischer, türkischer, koreanischer oder auch vietnamesischer Herkunft zu folgen. So hörten wir von Menschen, die hierher geflohen sind – die willkommen waren und Erfolg hatten oder ausgegrenzt wurden, die Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur veränderten – kurzum: die Berlin zu Berlin machten.

Schon allein die Gepflogenheiten, um sich in Berlin niederlassen zu können waren unkompliziert, vor allem, wenn man dies mit Hamburg vergleicht, dort mussten neben hohen Geldsummen auch Besitztümer bis hin zu einem Schiff nachgewiesen werden.

Wir waren beeindruckt davon, an welchen Orten Einwanderer schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts ihre Spuren in Berlin hinter­lassen haben: Insbesondere was der Herr Gotzkowsky, dessen Namen wichtige Berliner Straßen, Brücken und Schulen tragen, in der Stadt und für die Stadt gemacht hat, war bewegend wie überraschend zugleich. Johann Ernst Gotzkowsky, 1710 in Polen geboren, kam als Waisenkind zu seinem Bruder erst nach Dresden und dann nach Berlin. Hier machte er sich schnell einen Namen als Kaufmann, wurde bedeutender Kunsthändler und -sammler und schließlich Hoflieferant. Als Gotzkowsky im August 1763 zum ersten Mal Bankrott ging, veranlasste das den damaligen König, die Porzellanmanufaktur zu erwerben und mit dem Namenszusatz Königlich-Preußische zu versehen. Wir kennen sie heute unter dem Namen Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin.

Es eröffneten sich uns ganz unerwartete Blicke auf die Stadt, in der Menschen aus mehr als 180 verschiedenen Nationen leben. „Ja, det looft hier doch janz jut, een echter Berliner braucht keen Schiff an der Elbe oder auf der Spree!“ fasste ein Kollege die hiesige Einwanderungspolitik zusammen.