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24.06.2019

Werkstattgespräch zur Digitalisierung

Betriebsräte müssen sich früh einschalten

Das Programm war hochkarätig besetzt und das Thema eines der drängendsten für die künftige Betriebsratsarbeit: Der Bezirk Berlin-Mark Brandenburg beleuchtete unmittelbar im Anschluss an die Bezirksdelegiertenkonferenz am 15. Juni 2019 mit einem Werkstattgespräch die Digitalisierung in den Branchen der IG BCE. Mit provokanten Fragen regte Dieter Keller, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der TOTAL Deutschland GmbH und stellvertretender Bezirksvorstandsvorsitzender, die Diskussionen an.

Bezirksdelegiertenkonferenz 15.06.2019 Bild: Dieter Keller

Als aktuell ganz heißes Thema erwies sich die Einführung von Personalinformationssystemen seitens der Unternehmen und damit verbunden der Schutz der Beschäftigtendaten. „Betriebsrätinnen und Betriebsräte müssen sich frühzeitig mit ihren Mitbestimmungsrechten einschalten“, so Stefan Soltmann, Leiter der Abteilung Mitbestimmung der IG BCE: „Wir bieten deutschlandweit ein Beraternetzwerk an, mit dem wir unter anderem Profis zur Bewertung einer Software vermitteln. Denn der Betriebsrat ist ja erst dann wirklich handlungsfähig, wenn er die Programme gut einschätzen kann.“ Der Kontakt zum Beraternetzwerk solle über den Bezirk laufen, fügt Stefan Soltmann an. Denn auch das sei wichtig: dass Betriebsrat und IG BCE vor Ort eine gute Struktur schaffen, um mit Digitalisierungsthemen umzugehen.

Susanne Schneider-Kettelför

Ralf Sikorski Bild: Ralf Sikorski

Ralf Sikorski, Tarifvorstand der IG BCE und neuer stellvertretender Vorsitzender, sprach über die tarifpolitische Gestaltung des digitalen Wandels: „Wir müssen die Menschen mitnehmen. Qualifizierte Instrumente für mehr Entlastung zählen dazu genauso wie Vereinbarungen zur Weiterbildung.“

Susanne Schneider-Kettelför

Bezirksdelegiertenkonferenz 2019 Bild: Michael Porschen

Erste Aussagen aus der Beschäftigtenbefragung „Monitor Digitalisierung“ stellte Fachsekretär Michael Porschen vor. Bemerkenswert sei, dass die Beschäftigten der Digitalisierung zwar aufgeschlossen gegenüberstünden, sich jedoch bei den Veränderungen in den Unternehmen überhaupt nicht mitgenommen fühlten. „Es gibt definitiv Aufholbedarf in Sachen Beteiligung“, so Michael Porschen: „Die Vertrauensleute können dabei eine ganz neue Rolle spielen.“

Text und Fotos: Susanne Schneider-Kettelför