Schwarzer Tag für Merck Tochtergesellschaften - Reorganisation Life Science

In Berlin trifft es 65 Beschäftigte der Biochrom GmbH

Merck hat am 12. Juli bekannt gegeben, vier Standorte in den kommenden Jahren schließen zu wollen. Dabei handelt es sich um Eppelheim, Hohenbrunn, Steinheim und Berlin. Die Standorte haben in Summe ca. 650 Beschäftigte. Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung der Life Science Aktivitäten in Deutschland.

 

14.07.2017
Artikel bewerten
Danke für die Bewertung
Ihre bereits abgegebene Bewertung wurde aktualisiert.

Die Entscheidung ist bei den betroffenen Betriebsräten auf Unverständnis gestoßen, denn die Standorte arbeiten durchweg erfolgreich. Merck glaubt, mit den Maßnahmen noch effizienter und noch besser auf Kundenwünsche orientiert reagieren zu können. Ob dies nicht auch aus bestehenden Strukturen entwickelt werden kann muss geprüft werden.

Rolf Erler, Bezirksleiter im IG BCE Bezirk Berlin-Mark Brandenburg: „Immerhin war das Geschäft der Biochrom GmbH attraktiv genug, um es erst vor kurzer Zeit zu erwerben; jetzt wird den 65 Beschäftigten ohne Not die Existenzgrundlage entzogen; das können wir nicht nachvollziehen. Wir geben uns mit der Bekanntgabe der strategischen Entscheidung nicht zufrieden, wir erwarten, dass Merck den Menschen eine Alternative zur Schließung mit einer verlässlichen Perspektive bietet. Das verstehen wir unter Sozialpartnerschaft!“.

Auch der Betriebsrat wird den Standort nicht aufgeben und für den Erhalt kämpfen. Der Betriebsrat erwartet vom Unternehmen, dass sie eine faire Chance erhalten, die geplanten Maßnahmen zu hinterfragen und gegebenenfalls alternative Vorschläge zu erarbeiten.

Jürgen Glaser, Unternehmensbetreuer der IG BCE für Merck erklärt: "Für die IG BCE steht die Sicherung der Arbeitsplätze an erster Stelle der Agenda. Es gibt nicht nur eine Verantwortung gegenüber den Aktionären sondern auch gegenüber den Mitarbeitern. Dies gilt insbesondere wenn alleine aus strategischen Überlegungen Betriebe aufgegeben werden sollen." 

Nicht jeder Beschäftigte kann die Mobilität aufbringen, um eine neue Beschäftigung zu finden. Das kann beispielsweise für langjährige Mitarbeiter das berufliche Aus bedeuten. Die gesamte Lebensplanung wird von heute auf morgen in Frage gestellt.

Bevor also über die Umsetzung der Maßnahmen und den Ausgleich der Nachteile für die Mitarbeiter gesprochen wird, muss das Reorganisationskonzept grundsätzlich überprüft werden.

Rückfragen an: Elke Swolinski (elke.swolinski@igbce.de / +4916096901187)

 

Nach oben